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Lek. Willy Krüger (evangelisch)
über:
kein konkreter bibl. BezugOsnabrück, am 12.04.2008 (Lukaskirche) Sonstige Ansprache |
4. Ökumenischen Männerfrühstück
Liebe Gemeinde,
rings um, hier in unserer Kirche sehen Sie die verschiedensten Brückenbilder.
Alles großartige, mächtige Bauwerke.
Die Brücke ist ein weit verbreitetes Symbol für die Überwindung von Gräben und die Verbindung über trennende Grenzen hinweg.
Daran anknüpfen sowohl die Bezeichnung des römischen Papstes als "Pontifex Maximus" (Oberster Brückenbauer) als auch die Wahl der Brücke als Symbol kirchlicher oder sozialer Einrichtungen mit Dialogauftrag.
Eurobanknote hoch halten
Auf der Rückseite jeder Eurobanknote ist ebenfalls eine Brückenbogen als das einende Symbol der Europäischengemeinschaft abgebildet.
Zugleich und infolge der zunehmenden Bau- und Verkehrssicherheit heute weniger im Vordergrund steht das Motiv der Brücke auch für das mit Angst besetzte Beschreiten gefährlicher Wege.
Brücken können einstürzen,
wirken manchmal wackelig oder wenig vertrauenserweckend,
führen über gefährliche Abgründe und stehen für das Betreten von Neuland.
Die Tatsache, dass Wohnungslose gelegentlich den öffentlichen Raum unter Brücken als Schutz- und Wohnquartier nutzen, hat dazu geführt, dass die Redensart unter Brücken hausen zum bildhaften Ausdruck für Obdachlosigkeit geworden ist.
In Liedgut und Musik steht das Motiv der Brücke meist symbolisch für die Überwindung von Schwierigkeiten oder die Lösung mehr oder weniger schwerwiegender Probleme.
"Über sieben Brücken musst du gehen" von der Gruppe KARAT,
auch gesungen von Peter Maffay,
oder auch "Über jedes Bach'l führt a Brückerl" von Stefanie Hertel.
Pur fordern Neue Brücken, um die Kluft zu überwinden,
die durch Rassismus und Fremdenhass entsteht.
Haben Sie schon einmal nach Brücken,
ich meine da die Brücke als Bauwerk,
in der Bibel gesucht?
Ich bin da nicht fündig geworden,
zur Zeit des Alten Testamentes gab es wohl noch keine Brückenbauwerke.
Und doch finden wir das Vorbild aller Brücken in der Bibel:
1. Mose: Gottes Bund mit Noah
Und Gott sprach:
Das ist das Zeichen des Bundes, den ich geschlossen habe zwischen mir und euch und allem lebendigen Getier bei euch auf ewig:
Meinen Bogen habe ich in die Wolken gesetzt;
der soll das Zeichen sein des Bundes zwischen mir und der Erde.
Und wenn es kommt,
dass ich Wetterwolken über die Erde führe,
so soll man meinen Bogen sehen in den Wolken.
Alsdann will ich gedenken an meinen Bund zwischen mir und euch und allem lebendigen Getier unter allem Fleisch, dass hinfort keine Sintflut mehr komme, die alles Fleisch verderbe. Darum soll mein Bogen in den Wolken sein, dass ich ihn ansehe und gedenke an den ewigen Bund zwischen Gott und allem lebendigen Getier.
Der Regenbogen ist die erste Brücke,
die Brücke von Gott zu uns Menschen diese Brücke,
sie verbindet Himmel und Erde miteinander.
Der Regenbogen ist ein Zeichen unsagbaren Glücks.
Er erinnert an die Zusage Gottes,
dass Wohlwollen und Segen auf unserem Leben ruhen.
Dazu fällt mir eine wunderbare Geschichte ein:
"Du hast einen schönen Beruf",
sagte das Kind zum alten Brückenbauer,
"es muss schwer sein, Brücken zu bauen".
"Wenn man es gelernt hat, ist es leicht",
sagte der Brückenbauer,
"es ist leicht Brücken aus Beton und Stahl zu bauen.
Die anderen Brücken sind viel schwieriger",
sagte er, "die baue ich in meinen Träumen."...
Dann sagte er:
"Ich möchte eine Brücke bauen von einem Menschen zum anderen,
eine Brücke von der Traurigkeit zur Freude."
Das Kind hatte aufmerksam zugehört.
Es hatte nicht alles verstanden, spürte aber,
dass der alte Brückenbauer traurig war.
Weil es ihn wieder froh machen wollte,
sagte das Kind:
"Ich schenke dir meine Brücke."
Und das Kind malte für den Brückenbauer einen bunten Regenbogen.
Wenn unser Lebensweg über eine Brücke führt braucht diese Brücke ein festes Fundament und stabile Brückenpfeiler.
Da ist die Brücke des Gebets:
Ein Mitarbeiter Friedrich von Bodelschwingh erzählte folgende Geschichte:
Der chirurgische Chefarzt von Bethel musste Bodelschwing in einem Fall bedauernd mitteilen, dass ein Patient nicht mehr zu retten sei.
Da platzte Bodelschwingh mit der Frage heraus:
"Haben Sie schon gebetet um seine Rettung?"
Der Professor und sein Assistent lächelten diskret.
Bodelschwingh übersah das und sagte nur:
"Also nein! Gut, dann will ich jetzt mal die Sache mit Gott bereden!"
Wohl eine Stunde lang lag er in seinem Zimmer auf den Knien und betete.
Danach ging er wieder ins Krankenzimmer jenes Patienten.
Hier empfing ihn die pflegende Schwester:
"Herr Pastor, seit einer halben Stunde geht es dem Kranken plötzlich besser!"
Nach einigen Wochen war der Kranke genesen,
und der Professor ging zu Bodelschwingh und sagte:
"Ich werde nie wieder lächeln,
wenn sie zum Beten auffordern!"
Die Brücke des Gebetes –
Die Brücke zwischen Gott und uns Menschen sie ist ein Grundpfeiler unserer Lebensbrücke.
Die Brücke des Glaubens
Es ist der Glaube,
der uns trägt in den Wechselfällen des Lebens.
Der Glaube, der uns Brücken baut,
wenn uns das Leben sinnlos vorkommt und wir nicht wissen,
was wir noch vom Leben erwarten.
Der Glaube, der uns auffordert,
Brücken zu anderen zu schlagen,
weil unser Leben allein nicht zu meistern ist.
Der Glaube, der uns daran erinnert, das unsere Heimat nicht diese Welt ist, sondern das wir, bei aller Freude am Leben hier und jetzt, auf dem Weg in ein anderes Leben sind.
Der Glaube, der uns sagt,
das wir auf unserem Weg durch das Leben getragen, begleitet, behütet und gesegnet sind.
Wenn es uns gelingt,
zu solch einem tiefen Glauben zu finden,
wird die Brücke des Glaubens für uns Bestand haben,
und sie ist ein Grundpfeiler unserer Lebensbrücke
Die Brücke der Versöhnung.
Jeder hat die Erfahrung gemacht,
das Freundschaften zerbrochen sind,
Schuld zwischen den Menschen stand,
das wörtlich alle Brücken eingerissen waren.
Der erste Schritt zur Versöhnung ist die Vergebung.
Die Hand zur Versöhnung reichen,
einen Schritt auf den anderen zugehen,
ihm ein freundliches Wort zusprechen.
Die Brücke der Versöhnung überbrückt tiefe Gräben sie bringt Menschen wieder zusammen.
Jesus selbst ist diesen Weg für uns gegangen.
Gott selbst hat durch die Menschwerdung seines Sohnes,
durch sein Leben und Sterben,
durch seine Auferstehung eine Brücke zu uns Menschen geschlagen.
Über diese Brücke können wir zu Gott finden.
Aber wir müssen es wollen.
Jesus nimmt uns bei der Hand,
wir sind nicht allein.
Die Brücke der Versöhnung ist Bestandteil unseres Lebens.
Ein weiter Grundpfeiler unserer Lebensbrücke.
Die Brücke der Liebe und Begegnung
Der Mensch lebt von Beziehungen.
Zur Beziehung gehört die Begegnung von Mensch zu Mensch.
Das Leben trägt Früchte im Austausch miteinander und untereinander.
Die Liebe ist die Grundlage für eine Beziehung zwischen den Menschen,
wo diese Liebe nicht mehr gepflegt wird,
könne Brücken schnell abbrechen.
Gleichgültigkeit ist eine tödliche Gefahr für jedes Leben.
Das Leben in der Partnerschaft, in der Familie,
in der Gemeinde,
das Leben miteinander und untereinander lebt von der Brücke der Liebe und Begegnung.
Ein weiter Grundpfeiler,
der unsere Lebensbrücke hält und trägt.
Unser Thema ist übrigens ganz aktuell,
so las ich vor einer Woche in der NOZ:
Brücken bauen in die Schule.
Zeitung hoch halten
Zusammenarbeit zwischen Kindergärten und Schulen erleichtert den Übergang ins erste Schuljahr.
Lasst uns miteinander Brücken bauen.
Brücken führen zueinander.
Brücken erwarten nichts,
Brücken Tragen, halten, verbinden.
Brücken sind allein in einsamer Höhe,
nicht hier und nicht dort zu Hause.
Alle eilen über sie hinweg,
belasten sie,
benützen sie für ihr eigenes Weiterkommen.
Brücken bieten oft eine wunderbare Aussicht.
Niemand bleibt, niemand dankt,
keiner schaut zurück.
Brücken tragen, halten, verbinden selbstlos.
sie erwarten nichts.
Aber Brücken entstehen nicht von selbst,
wir müssen sie planen und bauen sonst bleiben Menschen getrennt,
Völker einander fremd und ganze Welten unbekannt.
Die Brücke von Mensch zu Mensch,
wir müssen sie wollen,
jeder Brückenpfeiler muss von uns gesetzt werden.
Einer beginnt damit,
das er den Anderen wahrnimmt,
ihn als anderen gelten lässt,
seine Sprache verstehen lernt,
entdeckt, was ihn froh oder traurig macht,
und sucht was verbindet.
Ganz langsam wächst sie,
die Brücke der Verständigung,
die Brücke der Achtung voreinander,
die Brück des Friedens,
wenn beide Seiten die Sprache der Liebe erlernen.
Amen.
Wir singen: Herr, gib mir Mut zum Brückenbauen
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