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Lek. Willy Krüger (evangelisch)
über:
Matthäus 5, 14Osnabrück, am 22.09.2007 (Lutherkirche) Sonstige Ansprache |
Liebe Wochenschlussandachtsgemeinde!
"Ihr seid das Licht Welt" ein Wort, das uns der Evangelist Matthäus von Jesus überliefert hat.
Ein Satz aus der Bergpredigt,
die in den vergangenen zwei Jahrtausenden für die Kirche immer wieder Licht auf dem Wege war.
"Ihr seid das Licht der Welt!"
Nicht: Ihr Jüngerinnen und Jünger, ihr Christen,
ihr könnt es vielleicht sein, wenn Ihr Euch anstrengt.
Nein: "Ihr seid das Licht der Welt."
Ein klarer, leuchtender Zuspruch sind also diese Worte,
ein Satz gegen mangelndes Selbstvertrauen,
gegen Kleinglauben und Frustration.
Aber wie sollen wir das verstehen?
Wir sind doch keine Glühbirnen, Leuchtstoffröhren oder irgendwelche neuartigen Leuchtkörper.
Oder sind wir hier alle leuchtende, strahlende, glänzende Menschen?
Lauter Menschen mit hellen Verstand,
lichtvollen Gedanken und leuchtenden Taten?
Wenn Sie liebe Gemeinde das von sich behaupten können,
ich muss gestehen, so bin ich nicht.
Und trotzdem höre ich und hört ihr das Wort Christi:
"Ihr seid das Licht der Welt."
Wer nun dieses Wort richtig hört, so,
dass es durchs Ohr in den Verstand und ins Herz geht und dort bleibt,
der hat das Evangelium im Herzen.
Das Evangelium sagt uns:
"Also hat Gott die Welt geliebt,
dass er seinen eingeborenen Sohn gab,
auf das alle, die an ihn glauben,
nicht verloren gehen. Sondern das ewige Leben haben."
Wenn uns diese Botschaft aufgeht können wir sagen:
Das ist das Licht, das unsere Herzen hell macht,
das uns die Welt in einem anderen Licht erscheinen lässt.
Sie und ich, ein jeder von uns ist ein geliebter Mensch.
Auch wenn wir manchmal meinen,
da ist niemand der uns mag,
ja und manchmal hassen wir uns selbst, warum auch immer,
oder wir sehen uns selbst in einem schlechten Licht.
Warum sind wir geliebte Menschen?
Weil Gott seinen einzigen Sohn in unsere Welt gesandt hat,
weil Gott in Christus unser Bruder geworden ist,
weil Jesus sein Leben für uns und unsere Schuld hingegeben hat,
darum sind wir geliebte Menschen.
Gottes Liebe ist in diese Welt gekommen.
Sie bringt uns zum Leuchten,
ob wir nun wollen oder nicht,
wir sind Gottes Kinder,
durch seine Erleuchtung werden wir zum Licht für andere.
Dieses Licht wir tragen es nicht wie eine Kerze vor uns her,
nein dieses Licht leuchtet in unserem Herzen.
Wir müssen es nur weitergeben.
Ohne das Licht der Liebe ist die Welt dunkel und kalt.
Es wird hell in dieser Welt, die Dunkelheit schwindet, wo Glaube und Vertrauen leuchten getragen durch Gottes große Liebe die uns immer wieder sucht und trägt.
"Und Gott sprach:
es werde Licht und es ward Licht"
lesen wir am Anfang der Bibel.
Die Grundvoraussetzung für Gottes Schöpfung war also das Licht.
Ohne Licht keine Schöpfung,
ohne Schöpfung keine menschliche Existenz.
Licht begleitet unser Leben und es hat Einfluss auf unser Wohlbefinden.
Wie schön ist es,
wenn jetzt, wo die Tage kürzer werden das Licht an geht,
oder wenn wir,
besonders in der Adventszeit eine Kerze anzünden.
Licht bringt nicht nur Helligkeit,
Licht bringt vor allem Wärme.
Der Schein des Kaminfeuers bringt neben Wärme auch Behaglichkeit.
So könnte ich jetzt über die vielen verschieden Lichtquellen nachdenken.
Singen wir doch einfach:
Gottes Liebe ist wie die Sonne,
sie ist immer und überall da.
Streck dich ihr entgegen,
nimm sie in dich auf.
Im Gesangbuch unter der Nr. 611, 1 + 2
Gott hat uns ein Zechen gesetzt,
einen Regenbogen, Licht und Farben,
mit diesem Zeichen hat er den Bund mit uns erneuert und bestätigt.
Der Regenbogen ist das Zeichen seiner Liebe und Treue.
Was mit dem Begriff Licht alles ausgesagt werden kann ist schon beachtlich.
Redewendungen wie:
"Sachverhallt erhellen"
"Licht in das Dunkel bringen"
"Es kommt etwas ans Licht"
Es geht immer um Klarheit und darum,
das wir helle und aufgeweckte Menschen sein sollen,
die wissen, worüber und wovon sie reden.
Jesus fordert uns Menschen auf ihm nachzufolgen und Salz und Licht zu sein.
Über das Salz werde ich morgen am Männersonntag in der Lukaskirche sprechen.
Im Johannesevangelium 8, 12 steht
"Ich bin das Licht der Welt.
Wer mir nachfolgt,
der wird nicht wandeln in Finsternis,
sondern wird das Licht des Lebens haben."
Einige werden es wissen,
die Vorgeschichte dieser Bibelstelle um die Sache mit der Ehebrecherin.
Die Schriftgelehrten wollten Jesus versuchen.
Und wir reagiert er:
Er schreibt mit einem Stock in den Sand und beiläufig sagt er:
"Wer von euch ohne Sünde ist,
der werfe den ersten Stein auf sie"
Die Wahrheit kommt ans Licht.
Jesus bringt Licht in unser Leben, das kann uns manchmal schon erschüttern, unsere Schattenseiten kommen zum Vorschein.
Vor Gott sind wir wie ein offenes Buch,
doch die frohe Botschaft ist,
wir sind geliebt, so wie wir sind.
Im Licht der Liebe Gottes dürfen wir uns entfalten in der ganzen Schwäche und Erbärmlichkeit unserer Person.
Ich möchte mit einer kurzen Meditation schließen.
Setzen Sie sich ganz entspannt hin,
die Beine fest auf den Boden und wenn Sie mögen, schließen Sie die Augen.
Ich bin das Licht der Welt,
kein Scheinwerfer,
der dich blendet und in die Ecke treibt,
kein kaltes Neonlicht,
das flackernd leuchtet in die Nacht.
Ich bin das Licht der Welt,
der Welt, in der du lebst.
Ich leuchte dir auf deinem Weg.
Hab keine Angst.
Vor den Schatten,
die gehören zu dir und sie gehören zu mir.
An ihnen erkennst du:
Ich bin da,
denn wo Schatten ist,
da ist auch das Licht.
Ich bin das Licht,
das dich erleuchtet und das dir hilft,
zu dir zu stehen:
Zu Licht und Schatten,
dich neu zu sehen:
Im Licht der Liebe.
Und loszugehen:
Hinein in die aufgehende Sonne.
Öffnen Sie langsam die Augen und lösen Sie ihre Spannung.
Licht, Licht, Licht –
Es werde Licht,
Dunkelheit zerbricht.
Licht, Licht, Licht,
fürchte dich nicht.
Amen
Wir singen: EG 613 Liebe ist nicht nur ein Wort 1 - 3
Die Meditation ist von Clemens Bittlinger aus dem Buch
"Gott tut gut" erschienen im Köselverlag.
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