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Prediger Klaus Kükenshöner
über:
1. Mose 1, 26-31Berlin, am 18.08.2007 (Jugendkirche der Christus-Gemeinde Hohenschönhausen "Tragwerk") Sonstige Ansprache |
Hey, Ihrs!
Wann, glaubt ihr, erhielt das Neandertal seinen Namen?
Vermutlich 1835.
Was hat nun das Neandertal mit dem Lied: "Lobe den Herren, den mächtigen König der Ehren" zu tun? Der Dichter des Liedes, das etwa 1675 entstand, hieß Joachim Neander und war in der Nähe dieses Tals, das damals noch "Düsseltal" hieß, Pfarrer. Er hat dieses Tal sehr geliebt und sich seine Anregungen für seine Predigten und Lieder in diesem Tal bei seinen Spaziergängen geholt. Noch heute finden wir im Ev. Kirchengesangbuch 6 seiner Lieder, eines davon, wie schon gesagt, "Lobe den Herren."
Aber, das Neandertal wurde im Prinzip nicht durch den Liederdichter Joachim Neander, sondern durch einen Mann, der ca. 42.000 Jahre vor Joachim Neander in diesem Tal verstarb, bekannt: den Neandertaler, oder wie er in der Fachsprache "Latein" heißt: Homo neanderthalensis.
Als ich vor einigen Monaten zufällig diese spannende Geschichte in einer Radiosendung hörte, wurde mir klar, wie oft ich in meinem Leben Behauptungen und Hinweise einfach als "wahr" hingenommen habe, ohne eigentlich zu wissen, was ich da glaubte. Z.B.: Das das Neandertal nach dem "Neandertaler" benannt worden war.
Und dann habe ich mal in meinem Gedächtnis geforscht, was ich noch so alles für wahr gehalten hatte, ohne eigentlich zu wissen, ob meine Erkenntnis der Wahrheit entsprach. Und da ich Christ bin und dem Wort Gottes glaube, habe ich in meiner Bibel mal ganz vorn angefangen. Und dann habe ich festgestellt: der erste Vers:
1. Mose, 1, 1 hat es bereits voll drauf: "Am Anfang schuf Gott Himmel und Erde!"
Ja, wenn ich das glaube und als Wahrheit anerkenne, dann muss ich ja alle, die von einem "Urknall" oder so reden, oder die behaupten, der Mensch stamme vom Affen ab, als Lügner bezeichnen. Denn, wenn ich in meiner Bibel weiter lese, komme ich ja sehr bald an die Stelle, wo von der Erschaffung des Menschen die Rede ist:
1. Mose 1 ab Vers 26 bis 31:
(Predigttext)
Und dann kommen doch diese Evulotions-Vertreter und wollen mir weismachen, dass der Mensch vom Affen abstammt! Das kann doch nicht stimmen, wenn die Bibel recht hat. Oder doch?
Was wäre denn, wenn Darwin recht hätte? Würde dann die Bibel unrecht haben? Einer kann doch nur recht haben: die Bibel oder Darwin?
Im Internet wird der Streit um diese Frage mittlerweile von eifrigen Religionsverfechtern (sogenannte Kreationisten) und Pseudo-Wissenschaftlern "bis aufs Blut" ausgefochten. Ich hoffe nicht, dass diese beiden Gruppen eines Tages doch noch mit dem Messer aufeinander losgehen!
Wenn auch ihr mal auf die entsprechenden Internetseiten geht, werdet ihr feststellen, dass sich die richtigen, sprich: "seriösen" Wissenschaftler kaum an dieser Diskussion beteiligen. Stehen diese Schlauköpfe über den Dingen - oder sind sie sich zu fein zum streiten? Ich denke nein. Sie sind das, was man von Wissenschaftlern annehmen sollte: klug und zurückhaltend.
Es beginnt bereits da, wo bibeltreue Menschen behaupten, die Erde - wie wir sie kennen - sei in 6 x 24 Stunden entstanden. Weil dies nun mal so in der Bibel stünde. Armer kleiner Gott! Du sollst dich nach uns richten, damit wir Recht haben?
Was sagt Gott über diese Menschen in Jesaja 29, 16:
"Sie bilden sich ein, sie könnten die Rollen vertauschen! Der Ton kann doch nicht so tun, als wäre er der Töpfer! Oder kann das Werk von seinem Schöpfer sagen: 'Er hat mich nicht gemacht'? Kann das Tongefäß vom Töpfer sagen: 'Er versteht nichts davon'?"
Wer Gott in einen Zeitplan - wie groß oder klein auch immer - zwängen will, macht sich in Gottes Augen lächerlich. Gott hat nichts mit Zeit zu tun. Die Zeit haben wir Menschen erfunden. Deshalb sind wir ja so begrenzt. Weil wir immer wieder auf die Uhr gucken und gegen Ende unseres Lebens feststellen, was wir alles nicht geschafft haben. Wir Menschen müssen eines Tages aufhören zu erfinden, zu bauen, zu schaffen. Gott nie!
Wenn ich im Frühling durch unseren kleinen Garten am Haus gehe oder von unserer Terrasse in den Wald schaue, kann ich es doch gar nicht übersehen: Gott schafft Neues! Immer, ununterbrochen. Überall auf der ganzen Erde. Wenn bei uns Herbst ist, ist es z.B. in Südafrika Frühling. Wenn bei uns die Blätter von den Bäumen fallen, springen in Südafrika die Knospen auf.
Wenn wir uns im Januar bei 10 Grad Minus in dicke Kleidung hüllen, gehen in Südafrika die Leute im Meer baden.
Und das rund um den Globus. Immer. Jeden Tag! Gott sagt: ewig, also ohne Ende!
Und wir kleinen Menschen wollen Gott vorschreiben, er habe seine Schöpfung in 6 Tagen abzuschließen?
Lachhaft!
Und jetzt komme ich auf die Erschaffung des Menschen zurück. Wenn ich behaupte, ich sei eine originale Schöpfung Gottes, ohne biologische Vorfahren, dann sollte ich auch wissen, was mich von einem Affen - dem mir am ähnlichsten Tier - unterscheidet. Sind es die Gefühle? Nein, auch Affen kennen Lachen und Weinen. Hunde z.B. auch. Sind es die Instinkte? Nein, auch wir Menschen verfügen - je nach Herkunft - über Instinkte. Z.B. spüren wir meistens eine Gefahr. Und, wenn wir Zeit genug haben, unserem Instinkt zu folgen, entkommen wir auch oft der Gefahr. Z.B., wenn wir auf einen Abgrund zulaufen.
Schwierig mit der nötigen Zeit wird es im Straßenverkehr. Da meldet sich auch unser Instinkt vor einer drohenden Gefahr, aber dieser ist auf eine Annäherungsgeschwindigkeit von unter 40 km/h ausgelegt. Soll heißen: alles, was schneller als mit ca. 40 km/h auf uns zukommt, überschreitet die Erfassung durch unseren Fluchtinstinkt, wir können nicht schnell genug ausweichen.
Bei Tieren liegt die Fluchterkenntnis noch unter 40 km/h, außerdem ordnen sie z.B. ein Auto nicht als Feind ein.
Ist es die Fähigkeit, zu sprechen, also mich mit jemanden zu unterhalten oder Zustimmung oder Ablehnung zu äußern? Nun, hier kommen wir dem Unterschied zum Tier schon näher, aber wir wissen heute, dass sich sogar die Unterwassertiere durch Laute verständigen können. Naja, und Mimik und Verhalten lösen bei den Tieren und bei uns Menschen auch entsprechende Reaktionen aus. Das haben sich z.B. die "Pferdeflüsterer" zunutze gemacht.
Also, was unterscheidet mich denn nun wirklich vom Affen?
Lesen wir den entscheidenden Satz aus der biblischen Schöpfungsgeschichte 1. Mose 1, 27:
"So schuf Gott die Menschen nach seinem Bild, als Gottes Ebenbild schuf er sie und schuf sie als Mann und als Frau."
Es geht dabei übrigens nicht um unsere äußere Gestalt, wenn Gott von seinem "Ebenbild" spricht. Niemand hat Gott jemals gesehen. Wir haben nur eine Ahnung von Gottes Wesen erhalten durch seinen Sohn Jesus Christus. Wenn es also beim "Ebenbild Gottes" nicht um unser Aussehen, unsere Rasse, unsere Abstammung, unser Geschlecht, unsere Kleidung geht, worum dann?
Es geht um unsere Bereitschaft, mit Gott zu reden, ihn zu ehren, ihm den Vorrang in unserem Leben zu geben. Vor allen eigennützigen und uneigennützigen Interessen. Diese Fähigkeit hat Gott in uns Menschen angelegt. Nicht im Tier. Egal, wie ähnlich uns ein Tier auch sein mag. Und ich behaupte: egal, wann dies im Zuge der Evolution eintrat. Entscheidend ist: Gott hat irgendwann einmal im Laufe der Schöpfung beschlossen, dass er sich ein Ebenbild, einen Gesprächspartner, einen beziehungsfähigen Menschen schafft. Und nur dann, wenn ich dies anerkenne, werde ich in die Lage versetzt, über meine tierischen Eigenschaften zu herrschen, z.B. ohne Sorge ums Überleben auf Kampf und Streit zu verzichten. Wenn ich Gott in mir zulasse. Wenn ich das glaube, was Paulus von einem Menschen sagt, der in einer engen Beziehung zu Jesus Christus, Gottes Sohn, lebt:
2. Korinther 5, 17
"Darum: Ist jemand in Christus, so ist er eine neue Kreatur; das Alte ist vergangen, siehe, Neues ist geworden."
Mir persönlich ist es völlig wurscht, ob ich biologisch im Zuge einer Evolution vom Affen zum Menschen mutierte. Nicht wurscht ist mir, dass ich durch den Glauben an Jesus Christus eine neue Kreatur, ein Ebenbild Gottes, geworden bin. Darüber freue ich mich und wünsche, es ginge noch mehr Menschen wie mir.
Der Frieden Gottes, der alles menschliche Begreifen übersteigt, wird euer Denken und Handeln im Guten bewahren, weil ihr mit Jesus Christus verbunden seid. Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus und die Liebe Gottes und die Hilfe des heiligen Geistes sei mit euch allen.
Amen.
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