Donnerstag, der 9. September 2010
Predigt herunterladen als PDF, als Text oder per eMail versenden

Olaf Theis (freikirchlich)
über: Johannes 1, 1-13

Köln, am 20.04.2007
Sonstige Ansprache

Ob ein Mensch Jesus hat oder nicht, macht einen ziemlichen Unterschied. Anfang der Woche war das Massaker in Virginia. Der junge Täter, wenn er Jesus gekannt hätte, wenn er an ihn geglaubt hätte, dann wäre dies nicht passiert. Dann wären sowohl er, als auch seine Opfer noch am Leben.

Nach allem was man heute weiß ist das Johannes-Evangelium das jüngste von allen vier Evangelien. Sehr wahrscheinlich wurde es von Johannes in Ephesus (Westtürkei) geschrieben, nachdem Jerusalem 70 n. Chr. von den Römern zerstört wurde. In diesem Evangelium geht es um eine einzige Person, Jesus Christus. Es wurde mit einem einzigen Ziel geschrieben. Johannes schreibt:

20, 30 Noch viele andere Zeichen tat Jesus vor seinen Jüngern, die nicht geschrieben sind in diesem Buch.
20, 31 Diese aber sind geschrieben, damit ihr glaubt, dass Jesus der Christus ist, der Sohn Gottes, und damit ihr durch den Glauben das Leben habt in seinem Namen.

Johannes möchte aufgrund ausgewählter Ereignisse deutlich machen das Jesus Gott ist und das es in Jesus Leben gibt, das wer Jesus hat das der auch das Leben hat, wirkliches Leben, ewiges Leben – und dies schon jetzt und hier.

Johannes beginnt seinen Bericht mit einem Prolog von 18 Versen, in denen er ein Thema hat: "Wer ist Jesus?" Dieser Prolog enthält eine wesentliche Überzeugung von Johannes und eines der wesentlichsten Merkmale des christlichen Glaubens. Das Christentum ist keine Philosophie; es geht dabei um eine zentrale Person: Jesus Christus. Christentum ohne Jesus ist wie Mathematik ohne Zahlen, wie Sonne ohne Licht und wie Deutschland ohne seine "Superstars", bzw. "Top Model". Jesus steht absolut im Mittelpunkt des christlichen Glaubens. Und in diesem Punkt unterscheidet sich das Christentum von allen anderen Weltreligionen (Judaismus, Islam, Hinduismus, Buddhismus). Auch wenn Christentum, Islam und Judaismus alle an einen Gott glauben, so ist doch dieser Gott letztlich nicht derselbe. Der Judaismus und der Islam haben einen ganz anderen Gott als ihn die Christen haben.

Dieser Bericht erzählt nicht über eine mystische Gestalt. Er berichtet nicht über einen Gott welcher irgendwo im Himmel ist, der müde lächelnd auf uns herabschaut und dem wir letztlich egal sind. Sie berichtet nicht über einen Gott welcher so abgehoben von uns lebt dass er im Grunde so unnahbar ist, dass wir nicht mehr herankommen. Über solch einen Gott berichtet Johannes nicht. Johannes ist dieser Person, über die er berichtet, persönlich begegnet. Er ist ihr nachgefolgt, er hat mit ihr gelebt, gegessen, gelacht, geweint – er hat gesehen wie sie gekreuzigt wurde und ist ihr als dem Auferstandenen begegnet.

Wer ist Jesus? Das ist es worüber wir nachdenken möchten.
In den Versen 1 - 3 macht Johannes eine fundamentale Feststellung: Jesus ist Gott!

1, 1 Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und Gott war das Wort.
1, 2 Dasselbe war im Anfang bei Gott.
1, 3 Alle Dinge sind durch dasselbe gemacht, und ohne dasselbe ist nichts gemacht, was gemacht ist.

Über diese Person macht Johannes, ganz zu Beginn seines Berichtes, einen Punkt ganz klar: Jesus ist Gott! Er gebraucht hier den Begriff "Wort" (grie. logos), was nichts anderes als eben "Wort" bedeutet. Durch Worte verständigen wir uns verbal bzw. visuell, also durch das was wir sagen oder schreiben. Ohne Worte wüssten wir nichts übereinander. Ohne Worte könnte ich mich euch nicht mitteilen. Durch Jesus, das "Wort", erfahren wir wie Gott tatsächlich ist. Durch Jesus, das "Wort", teilt sich Gott uns mit. Ohne Jesus wüssten wir nicht wirklich was Gott denkt und was er möchte (Johannes 3, 16). Durch Jesus können wir erfahren das Gott uns liebt. Ohne Jesus ist dies unmöglich.

Hebräer 1, 1 Nachdem Gott vorzeiten vielfach und auf vielerlei Weise geredet hat zu den Vätern durch die Propheten,
1, 2 hat er in diesen letzten Tagen zu uns geredet durch den Sohn,

Dieses "Wort", so schreibt Johannes, war im Anfang. Mit dem "Anfang" ist hier der Zeitpunkt gemeint an dem alles geschaffen wurde – die Schöpfung (1. Mose 1, 1 ff). In diesem Anfang existierte bereits das "Wort", d.h. es muss schon vorher da gewesen sein. In dieser Hinsicht ist das "Wort" zeitlos (ein anderes Wort für ewig). Jesus ist also ewig! Nur Gott ist ewig!

1, 1 ... und Gott war das Wort

Hier bringt es Johannes noch einmal auf den Punkt! Das Jesus Gott ist wird von allen anderen Religionen verneint. Jehovas Zeugen sagen: "Jesus war ein Gott!" Wenn dies stimmt dann müssen wir von mehreren Göttern ausgehen. Aber Johannes schreibt:

1, 1 ... und Gott war das Wort

In diesem Punkt lässt Johannes keinen Zweifel auskommen. Für ihn ist Jesus nicht nur ein besonderer Mensch, wie für viele andere. Für ihn ist der Mensch Jesus Gott. In der Person von Jesus Christus ist Gott Mensch geworden. In der Person von Jesus Christus ist uns Gott ganz nahe gekommen. In der Person von Jesus Christus ist Gott ganz tief nach unten, auf unser Niveau, herabgekommen.

1, 3 Alle Dinge sind durch dasselbe gemacht, und ohne dasselbe ist nichts gemacht, was gemacht ist.

Auch hier lässt uns Johannes nicht im ungewissen. Er schreibt von dem Gott der Himmel und Erde geschaffen hat und der in der Person von Jesus Christus Mensch geworden ist. Das ist nicht irgend so ein Gott der plötzlich da war und mit seinem Chemiebaukasten experimentiert hat (mal sehen was dabei herauskommt). Dieser Gott hat alles mit einem klaren Ziel und einem klaren Sinn geschaffen, auch uns, auch mich, auch Dich!

1, 4 In ihm war das Leben, ...

An anderer Stelle sagt Jesus von sich selber das er das Leben ist (Johannes 14, 6). In der Person von Jesus Christus manifestiert sich das Leben. Wir alle wissen was "Leben" ist, bzw. haben doch eine gewisse Vorstellung davon. Wir alle kennen das physische Leben. Wir sehen in den Medien Bilder von toten Soldaten und Zivilisten, die noch vor kurzer Zeit lebten und nie von sich gedacht hätten dass sie bald sterben werden. Es ist ihnen nie in den Sinn gekommen das dieser Tag ihr letzter sein würde. Wir kennen dieses Leben, das physische Leben. Von diesem physischen Leben schreibt Johannes jedoch nicht nur.

Da muss es doch noch etwas anderes geben, etwas was das Leben über das physische Leben hinaus lebenswert macht. Was ist es was unser "Leben" tatsächlich lebenswert macht? Danach sind wir auf der Suche. Wir suchen dieses Leben. Es sind Dinge wie Anerkennung, Liebe, Achtung, Zuneigung und Gemeinschaft, welche unser Leben erst lebenswert machen. Materielle Sicherheit habe ich hier nicht aufgeführt, weil diese das Leben nicht wirklich lebenswert macht, auch wenn diese viel wert ist (materielle Sicherheit).

Das ist meine persönliche Meinung. Mit dieser braucht niemand Übereinzustimmen. Es mag sein das der eine oder andere darin Erfüllung findet sich jedes Wochenende die Birne mit Alkohol zuzuballern, Drogen zu nehmen, mal so richtig ab und zu oder auch immer die Sau rauszulassen, zu zeigen wie toll er/sie ist ... Aber ich bezweifle das das ihm/ihr tatsächlich Zufriedenheit schenkt. Oft ist es die Angst etwas zu verpassen – die Angst zu kurz zu kommen – die Angst nicht mehr dabei zu sein (und das kann ganz schön weh tun) die uns antreibt.

Manchmal ist es erschreckend was Leute machen, um anerkannt zu werden. Manche stehlen - andere betrinken sich. Wieder andere hungern sich fast zu Tode, um anerkannt zu werden (Magersucht). Es ist die Sehnsucht nach Liebe und Anerkennung, danach geachtet zu werden, Freundschaft und Zuneigung zu erfahren, welche uns antreibt. Manche arbeiten hart und wollen das "große Geld" machen, weil sie sich erhoffen all das durch Geld kaufen zu können. Grundsätzlich können wir uns Liebe und Anerkennung jedoch nicht kaufen. Die wirklich wichtigen Dinge im Leben (Liebe u. Anerkennung), wir können sie uns nicht kaufen und wir können sie uns auch nicht erarbeiten. Wir bekommen sie geschenkt. Jesus sagt von sich selbst:

10, 10 Ich bin gekommen, damit sie das Leben und volle Genüge haben sollen.

Jesus will uns Leben geben, nicht nur physisches Leben, sondern wirkliches Leben, Leben welches uns glücklich und zufrieden macht, worin wir einen Sinn finden, worin wir uns geliebt wissen, jetzt und für immer. Dieses Leben will uns Jesus geben, und wir müssen nichts dafür bezahlen. Wir bekommen es geschenkt. Wir brauchen es nur anzunehmen, wenn wir wollen. Niemand kann es uns wegnehmen, wirklich niemand. Alles was wir haben, was wir besitzen, was wir so als selbstverständlich ansehen, wie z.B. Gesundheit, Arbeitsplatz, Freunde, Besitz, menschliche Anerkennung - das können wir verlieren.

Das ist sicherlich das Problem bei all dem was wir tun, um Liebe und Anerkennung zu bekommen. Dieser Moment der Anerkennung, dieser Moment wenn wir z.B. ein Lob bekommen (das tut richtig gut), dieser Moment der uns den Kick gibt, wo wir meinen zu leben, er zerrinnt uns wie Sand zwischen den Fingern. Wir können ihn nicht festhalten, egal wie sehr wie uns bemühen. Gerade war er noch da und jetzt ist er wieder weg!

Was Jesus uns gibt das kann uns niemand wegnehmen, das bleibt – für immer – auch über den Tod hinaus (Johannes 10, 28). Wer Jesus hat der hat das Leben und volle Genüge – für immer.

... und das Leben war das Licht der Menschen. 1,5 Und das Licht scheint in der Finsternis, und die Finsternis hat's nicht ergriffen.

Jesus ist das Leben (Johannes 14, 6) und er ist das Licht der Menschen. Mit dem "Licht" ist nicht das physikalische Licht gemeint, durch welches wir sehen können. Vielmehr verdeutlich Johannes einen bestimmten Sachverhalt wenn er Begriffe wie "Licht" und "Dunkelheit" benutzt. Ohne Licht können wir nichts sehen. Wir können unsere Umgebung nicht so wahrnehmen wie sie tatsächlich ist. Erst durch das Licht sehen wir die Dinge wie sie tatsächlich sind. Wenn Johannes Jesus als "Licht der Menschen" bezeichnet, dann möchte er damit deutlich machen das wir erst durch Jesus die Dinge so wahrnehmen können wie sie tatsächlich sind, die die gut und die die schlecht sind. Ehebruch z.B. ist heute fast normal – ein im Grunde alltäglicher Vorgang. Wir erfahren in den Medien wer gerade wen verlassen hat.

Erst die Bibel, erst Jesus, rückt unseren Blick wieder zurecht indem er uns sagt das Ehebruch nicht normal sondern sogar böse ist (Johannes 8, 11). Erst durch die Bibel, erst durch Jesus, können wir erkennen was richtig und was falsch ist. Ohne die Bibel und ohne Jesus können wir das nicht erkennen. Jesus ist das Licht, weil wir erkennen wie die Dinge tatsächlich sind. Und von diesem Licht schreibt Johannes das es in die Finsternis scheint und das die Finsternis es nicht ergriffen hat.

Wir leben in einer finsteren Welt, weil wir in einer Welt ohne Jesus leben. Überall wo Jesus nicht ist da ist Finsternis. Menschen müssen kalkuliert sterben, weil wir in einer Welt ohne Jesus leben (aktuelles Beispiel: Krieg im Irak). Die Finsternis, bzw. Dunkelheit, hat die Eigenschaft dass sie nicht mit dem Licht koexistieren kann. Wo Licht ist da muss die Finsternis weichen. Finsternis und Licht sind nicht miteinander vereinbar. Das ist auch physikalisch so.

1, 5 Und das Licht scheint in der Finsternis, und die Finsternis hat's nicht ergriffen.

Es gibt einen Popsong aus den 70'ern mit dem Titel "The Sound of Silence" des Duos "Simon and Garfunkel". Er beginnt mit den Worten: "Hello darkness, my old friend, I've come to talk with you again." "Hallo Dunkelheit, mein alter Freund. Ich bin gekommen um wieder mit dir zu reden." Dies beschreibt den Zustand der Menschen sicherlich ganz gut. Die Dunkelheit, d.h. ein Leben ohne Gott – ohne Jesus Christus – ist für sie wie ein Freund, und zwar ein guter, ein sehr guter, ihr bester Freund. Grundsätzlich ist es so das dort wo das Licht scheint die Finsternis weichen muss. Das ist physikalisch so. Das ist automatisch so. Bei uns ist das anders. Bei uns ist es nicht automatisch so. Bei uns kommt hinzu ob wir in dieses Licht kommen wollen oder nicht.

Denn wenn wir in dieses Licht kommen erkennen wir nicht nur wie die Dinge tatsächlich sind, sondern wir erkennen vor allem auch wie WIR tatsächlich sind. Und da bleibt nicht viel von der Schokoladenseite übrig, mit der wir uns vor anderen verkaufen und einen in die Tasche lügen wie OK wir doch sind.

Unsere persönliche Entscheidung ist notwendig, um in das Licht Christi zu kommen. Johannes schreibt dass die Finsternis es nicht ergriffen hat, d.h. sie wollte nicht.

1, 10 Er war in der Welt, und die Welt ist durch ihn gemacht; aber die Welt erkannte ihn nicht.
1, 11 Er kam in sein Eigentum; und die Seinen nahmen ihn nicht auf.

"Die Seinen nahmen ihn (Jesus) nicht auf." Dies war ihre Entscheidung! Sie wollten nicht. Wir leben nicht automatisch im Licht. Wir müssen tatsächlich eine persönliche Entscheidung dafür treffen. Alles andere ist Selbstbetrug.

1, 12 Wie viele ihn aber aufnahmen, denen gab er Macht, Gottes Kinder zu werden, denen, die an seinen Namen glauben,
1, 13 die nicht aus dem Blut noch aus dem Willen des Fleisches noch aus dem Willen eines Mannes, sondern von Gott geboren sind.

Hier finden wir was wir tun können um in das Licht Jesu Christi zu kommen.

1, 12 Wie viele ihn aber aufnahmen, denen gab er Macht, Gottes Kinder zu werden, denen, die an seinen Namen glauben,

Es liegt daran ob wir wollen oder nicht. Es liegt daran ob wir an Jesus glauben oder nicht. Es liegt daran ob wir Jesus für voll nehmen wenn er uns zusichert uns zu Gottes Kindern zu machen, wenn er uns zusichert uns Leben und volle Genüge zu geben. Es ist unsere Entscheidung den Rettungsring zu ergreifen, den Jesus uns zuwirft. Diese Entscheidung kann uns nichts und niemand abnehmen.

1, 12 Wie viele ihn aber aufnahmen, denen gab er Macht, Gottes Kinder zu werden, denen, die an seinen Namen glauben.

Ich weis nicht warum ihr heute gekommen seit. Vielleicht weil ihr hier eure Freunde trefft. Vielleicht weil ihr gute Gemeinschaft untereinander habt. Vielleicht weil es cool ist Jesus zu feiern. Das alles ist gut. Wenn wir jedoch nicht die Entscheidung treffen in das Licht Christi zu treten und mit ihm ein neues Leben zu führen, dann ist alles andere bedeutungslos. Dann leben wir weiter in der Finsternis. Und das hat nichts mit unseren Umständen zu tun, sondern das wir nicht wollen.

1, 12 Wie viele ihn aber aufnahmen, denen gab er Macht, Gottes Kinder zu werden, denen, die an seinen Namen glauben.

Die Entscheidung liegt bei jedem von uns! Den Rest macht Jesus. Darum müssen wir uns keine Gedanken machen.

© Olaf Theis 2007

Weitere Predigten
 von: Olaf Theis 
 zu: Sonstige Ansprache 
 über: Johannes 1  
Predigt im PDF-Format herunterladen
Predigt als Textdatei herunterladen
Predigt als Doc-Format für den PalmPilot
Predigt als eMail versenden

 

Powersearch  Die Bibel  Startseite  NEPOMUK  Impressum  Zurück