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Pfr. Mark Meinhard
über:
5. Mose 31, 19Hiltpoltstein (bei Nürnberg), am 08.12.2006 Sonstige Ansprache |
Liebe Mitglieder des MGV Hiltpoltstein!
Ich danke Ihnen herzlich für diese Einladung heute Abend und freue mich, dass ich nun bei Ihnen sein kann. Feiern im Advent bedeutet im tiefsten Sinne eigentlich: sich vorbereiten auf das Ereignis, welches wir dann an Weihnachten bedenken wollen. Die Geburt unseres Heilandes, unsers Erlösers. Die vier Wochen vor diesem Ereignis dienen der Besinnung und Hinführung. Das wissen Sie selber alles gut. Warum sage ich es dann heute Abend nochmals? Weil ich auf etwas hinweisen will, das in der Logik dieser Vorbereitung liegt. Das Wesentliche ist nämlich das Erinnern, u.a. dadurch, dass man sich die Geschichten von Geburt und Tod, von Auferstehung und neuem Leben in Christus Jesus immer wieder erzählt. Wir tun dies, weil wir auf die endgültige Verwandlung dieser Welt immer noch warten, immer noch darauf hoffen, dass die Gerechtigkeit, von der Gott uns erzählt hat eines Tages ganz und gar passieren wird.
Denn man darf ja nicht vergessen: die Welt, in der wir leben, ist noch nicht vollständig heil. Eher scheint uns oft das Gegenteil der Fall zu sein. Während wir hier feiern können, gibt es Krieg und Not und Terror an viel zu vielen anderen Orten auf der Erde. Und selbst bei uns: die kleinen und großen Streitigkeiten, Neid und Missgunst, Betrug und Lug: auch dies finden wir mitten unter uns.
Das Reich Gottes aber hat dennoch mit Jesus Christus angefangen und es blitzt immer wieder auf, wie Lichter in der Dunkelheit, aber es hat sich noch nicht vollständig Raum geschaffen. Am Ende der Welt, wenn der Tod des Einzelnen zusammenfällt mit dem Ende der Zeit, erst dann werden die neue Schöpfung, der neue Himmel und die neue Erde geschaffen sein, auf denen Gerechtigkeit wohnt. M.a.W.: diese Hoffnung ist die grundlegende Hoffnung für uns Christen. An diese Hoffnung denken wir, wenn wir an die Lebensgeschichte des Jesus von Nazareth denken. Mit diesem Kind in der Krippe begann diese Hoffnungsgeschichte für die Menschheit. Daran gilt es zu erinnern, Jahr für Jahr um diese Zeit.
Und es gilt, sich dies für sich selbst ebenfalls Jahr für Jahr vor Augen zu führen, ob denn mein eigenes Leben noch dieser Hoffnung entspricht oder ob ich schon längst ausgestiegen bin und mich habe ablenken lassen von all dem, was die Welt hier für mich zu bieten scheint. Sie können es für sich überprüfen, was Sie gefangen nimmt in dieser Zeit, was Sie beschäftigt und ob Sie sich an und an konzentrieren können, um diese Hoffnung, von der ich gerade sprach, sich wieder vor Augen und v.a. wieder ins Herz zu holen.
Unser evangelischer Glaube ist ein Glaube, in der das Wort im Vordergrund steht. Dies aber auf vielfältige Weise. Sie als MGV wissen wovon ich rede, wenn ich sage, dass gerade auch das Lied, das gesungene Wort, zu dieser Erinnerung beitragen kann. Denn oft erreicht das gesungene Wort das Herz schneller als das gesprochene. Das kennt auch die Heilige Schrift. Ich lese aus 5. Mose 31, 19: "So schreibt euch nun dies Lied auf und lehrt es die Israeliten und legt es in ihren Mund, dass mir das Lied ein Zeuge sei unter den Israeliten."
Das Lied als ein Zeuge für diese Hoffnung, das Lied als Erinnerung an diese große Tat Gottes. Ich danke Ihnen an dieser Stelle für Ihre Bereitschaft, auch in den Gottesdiensten solchen Zeugendienst zu tun und ich wünsche es Ihnen heute Abend ganz persönlich jedem Einzelnen. Dass auch Sie selbst wieder neu angerührt werden von der Verheißung, die Gott für uns bereithält, beginnend in jener Krippe zu Bethlehem. Auf dass das Lied zum Zeugen werden unter uns allen.
Amen.
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